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Versammlung APF Tessin: zwischen Immobilienherausforderungen, Steuerreformen und Warnungen vor den Erhöhungen der Schätzwerte sowie Ja-Parole zur Neutralisierung der Erhöhung der Schätzwerte am 14. April 2026

24.04.2026

Die ordentliche Generalversammlung fand am 23.04.2026 im ehemaligen Augustinerkloster in Monte Carasso statt.

Der Präsident begrüsste die Mitglieder und eröffnete die Generalversammlung. Zahlreiche Mitglieder sowie Gäste aus der kantonalen und eidgenössischen Politik waren anwesend. Besonders interessant war das Referat von Nationalrat Dr. Paolo Pamini zur Initiative zur Neutralisierung der Auswirkungen der Erhöhung der Schätzwerte.

Abschaffung des Eigenmietwerts: Chancen und Risiken

Eines der zentralen Themen der Versammlung war die Abschaffung des Eigenmietwerts, die als wegweisende Reform, jedoch nicht ohne Unsicherheiten, bezeichnet wurde.

Die Massnahme wird am 1. Januar 2029 nach einer Übergangsphase in Kraft treten. Zu den wichtigsten erwarteten Folgen gehören die Abschaffung der Steuerabzüge für Unterhalt und energetische Sanierungen auf Bundesebene sowie die Möglichkeit für die Kantone, neue Steuern auf Zweitwohnungen einzuführen.

Die Referenten betonten die Bedeutung, allfällige energetische Sanierungsarbeiten bis 2028 zu planen, um weiterhin von den aktuellen steuerlichen Vergünstigungen profitieren zu können. Mit Spannung werden die Entwicklungen hinsichtlich der möglichen Einführung einer Ausgleichssteuer auf Zweitwohnungen erwartet.

Alarm bei den Immobilien-Schätzwerten

Breiter Raum wurde dem Thema der ordentlichen Revision der Immobilien-Schätzwerte gewidmet, die gesetzlich alle 20 Jahre vorgeschrieben ist und von Paolo Pamini als eine der zentralen politischen und fiskalischen Herausforderungen der kommenden Jahre dargestellt wurde.

Die Revision, die durch ein Bundesgerichtsurteil notwendig wurde, könnte dazu führen, dass der steuerliche Wert von Immobilien im Tessin von 45 % auf 70 % des Marktwerts steigt, was für viele Eigentümer eine Verdoppelung der Steuerlast zur Folge hätte.

Gemäss den präsentierten Schätzungen könnte sich die Gesamtwirkung auf rund 430 Millionen Franken pro Jahr belaufen – durch höhere Steuern und eine Reduktion öffentlicher Leistungen, mit Auswirkungen auf zahlreiche Bereiche, von Stipendien bis zu Pflegeheimkosten.

Die Volksinitiative zur Neutralisierung der Auswirkungen der Revision geniesst die Unterstützung verschiedener politischer und wirtschaftlicher Kräfte und bereitet sich auf die Abstimmung im Juni vor.

Beiträge nach den Versammlungsarbeiten: Zinsen, Versicherungen und Finanzierungskriterien

Die Migros Bank bestätigte die aktuellen Markttrends: eine Verlangsamung des Neubaus, Preisdruck sowie kurzfristig stabile Hypothekarzinsen.

In ihrem Beitrag erläuterte die Bank zudem die grundlegenden Kriterien für die Wahl der Finanzierung beim Kauf eines Hauses oder einer Wohnung. Die Entscheidung zwischen Festhypothek und SARON-Hypothek hängt insbesondere von der Risikobereitschaft des Kunden, dem Zeithorizont der Investition, der Einkommensstabilität sowie dem gewünschten Grad an Planungssicherheit ab. Festhypotheken bieten Stabilität und Vorhersehbarkeit, während SARON-Hypotheken mehr Flexibilität und potenzielle Vorteile in einem stabilen oder leicht sinkenden Zinsumfeld bieten.

Die Zürich Versicherungen wiesen hingegen auf das Risiko der Unterversicherung von Immobilien hin und betonten, dass eine nicht aktualisierte Bewertung im Schadensfall zu reduzierten Entschädigungen führen kann. Zudem wurde eine neue „All Risk“-Versicherungslösung für einen umfassenderen Schutz vorgestellt.

Dank und geselliger Ausklang

Ein besonderer Dank ging an die Migros Bank und die Zürich Versicherungen für das Sponsoring des reichhaltigen Apéros, der vom Hotel Forni in Airolo professionell vorbereitet wurde, sowie an APF-HEV Ticino Servizi Immobiliari Sagl für den Beitrag durch das Sponsoring des während des geselligen Teils servierten Schampus.

Schlussfolgerung

Die Versammlung endete mit einem Austausch- und Networking-Moment unter den Teilnehmenden. Die zentrale Botschaft ist klar: Der Immobilienmarkt und das steuerliche Umfeld befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel, und die kommenden Jahre werden für Eigentümer, Investoren und Institutionen entscheidend sein.