Die Position des Komitees beruht auf einem klaren Prinzip: Eine technische Überprüfung der Schätzwerte darf nicht zu einer versteckten Steuererhöhung werden. «Eine administrative Entscheidung darf nicht ohne politische Debatte und bewusste Entscheidung zu einer Steuer werden», betonte Paolo Pamini, Nationalrat der SVP, und erinnerte daran, dass die Anpassung der Schätzwerte an die Marktwerte eine Gesamtbelastung von über 430 Millionen Franken pro Jahr durch höhere Steuern und geringere Sozialleistungen nach sich ziehen könnte.
In diesem Zusammenhang wurde besonderes Augenmerk auf die Folgen für Familien und die Mittelschicht gelegt. «Viele Bürgerinnen und Bürger haben ihr Eigenheim mit lebenslangen Opfern aufgebaut und dürfen nicht durch eine rein buchhalterische Erhöhung des Immobilienwerts bestraft werden», erklärte Cristina Maderni, FDP-Grossrätin, und wies darauf hin, dass damit das Risiko bestehe, einen nur theoretischen Wohlstand zu besteuern, ohne dass eine tatsächliche Erhöhung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit vorliege.
Ein besonders relevanter Aspekt betrifft jedoch die Auswirkungen auf die Mieten und damit auf die gesamte Bevölkerung. «Es betrifft nicht nur die Eigentümer: Eine Erhöhung der Immobiliensteuern um über 404 Millionen Franken wird sich unweigerlich auch auf die Mieter auswirken», erinnerte Paolo Caroni, Grossrat der Mitte, und erklärte, dass die Mehrkosten zumindest teilweise auf die Mietzinsen überwälzt würden, mit direkten Folgen für die Kaufkraft der Haushalte.
Die sozialen Auswirkungen standen im Zentrum des Votums von Daniele Caverzasio, Gemeinderat von Mendrisio für die Lega dei Ticinesi, der betonte, dass der Schätzwert insgesamt 32 kantonale Gesetze beeinflusse. «Wir sprechen von rund 25,5 Millionen Franken weniger Sozialleistungen pro Jahr, mit konkreten Auswirkungen auf Subventionen, Stipendien und Heimtaxen in Altersheimen», erklärte er und hob das Risiko hervor, insbesondere die verletzlichsten Bevölkerungsgruppen zu benachteiligen.
Auch die Wirtschaft zeigte sich besorgt über die Auswirkungen der Reform. «Eine potenzielle Steuererhöhung von über 400 Millionen Franken schafft Unsicherheit und setzt Unternehmen und Haushalte unter Druck», erklärte Andrea Gehri, Präsident der Industrie- und Handelskammer des Kantons Tessin (Cc-Ti), und betonte, dass Stabilität und Planbarkeit zentrale Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts seien. Gehri erinnerte zudem daran, dass zahlreiche Wirtschaftsverbände, darunter CATEF, APF-Ticino, AITI, ABT, AIF, SICC und SVIT, das Grundprinzip der Initiative unterstützen.
Vor diesem Hintergrund bekräftigt das Komitee, dass die Initiative nicht darauf abzielt, die Aktualisierung der Immobilienbewertungen zu blockieren, sondern sicherzustellen, dass deren steuerliche und soziale Konsequenzen transparent und verantwortungsvoll über politische Entscheidungen und nicht über Automatismen geregelt werden.
Für das Komitee ist die Wahl klar: eine versteckte Belastung verhindern und Fairness, Transparenz und Stabilität für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen verteidigen.
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